Freitag, 31. Oktober 2014

Liebe Leihgabe

Die Liebe hat keinen Körper,
und deshalb müssen wir ihr
ständig einen borgen.

BMD

Liebesglanz

Manche haben keinen Schimmer
von der Liebe,
weil sie sie nicht polieren.

BMD

Aps, abs, aps

Bekam `nen Klaps,
die süße Babs
von ihrem Paps,
weil sie in Straps,
dort lag im Raps
und japs, japs, japs,
nicht ganz allein.
Dazu noch draps
vom vielen Schnaps!

BMD

Traummann

Er sollte fast alles können
und auch lassen können!

BMD

Götterliebe

Die Liebe gestand mir,
daß Apollo nicht hielt,
was er versprach,
und Eros nur hielt,
was er versprach.

BMD

Tara

"Natürlich bin ich käuflich!"
sagt die Liebe,
"aber man bekommt nur
die Verpackung dafür."

BMD

Wie im Fluge

Wenn das Lämmlein saugt,
dann wackelt erregt sein Schwänzchen.
Stehenden Fußes vollführt`s ein Freudentänzchen.
Und tut das Böcklein gierig trinken,
möcht`s grad in Muttermilch versinken.
Jedoch im Spiel den Kampf austragen,
im Köpfestoßen sich schon wagen,
die mit dem flockig-weichen Fell.
Die Zeit vergeht nur allzu schnell
und bald, man sollte es beweinen,
stehn sie auf Schafs-und Hammelbeinen!

BMD

Entschuldbare Notwendigkeit

Für die Dichtkunst sind Verse
wie zur Stabilisierung des Fußes die Ferse,
ein MUSS!
Verzeihlich deshalb ihr Redefluß.

BMD

Wurzelhechte

Na, was sind denn Wurzelhechte?
Fische im Erdboden?
Unterirdisch im Geflechte,
die beim Ackerroden
schmutzig kämen dann zutage,
mit matschigen Flossen?
Unfein wär das ohne Frage,
und hätte sie verdrossen.

Na, was sind denn Wurzelhechte?
Käferchen am Stiele?
In Gefahr das schnell sie brächte,
Vögel gibt es viele,
und da Wurzelhechte leben,
sicher und am längsten,
kann es käfrig sie nicht geben
und verfolgt von Ängsten.
Wirklich, ehrlich ich es meine,
von der Sorte kenn ich keine!

Na, was sind denn Wurzelhechte?
Schnurrend süße Katzen?
Ja, bestimmt wär`n sie nicht Schlechte,
schlau mit scharfen Tatzen.
Aber niemals sie miauten,
wurzelten nur hechtig.
Alle Leute sich umschauten,
hielten`s für verdächtig.
Wirklich, ehrlich ich es meine,
von der Sorte kenn ich keine!

Na, was sind denn Wurzelhechte?
Orang-Utans? Affen?
Ist es dieses Mal das Rechte?
Werdet Ihr es schaffen?
Ich vermute, Ihr seid sauer,
und es jetzt endlich leid.
Erklären muß ich`s genauer,
es ist nun an der Zeit.

Na, was sind denn Wurzelhechte?
Kinder, die ich liebe!
Mir im Herzen wohnen Echte,
und so mancher schriebe,
statt Wurzelhecht bloß Schnuckilein
oder Knuddelmäuschen.
Zuwenig ist`s! Muß mächtig sein!
Vor Liebe aus dem Häusschen!
Stimmt`s, mein Wurzelhecht?

BMD

Grüne Hoffart

Ich kannte mal `nen Frosch mit sechs Beinen
und zuvor, von dieser Sorte, noch keinen!
Er wünschte sich aber an Beinen nur vier
wie bei jedem anderen Froschgetier.
So sah ich ihn, Zweie zusammenbinden,
sich dabei mühsam krümmen und winden.
Sah, als sie endlich zusammengebunden,
mit einem Schleifchen waren umwunden,
den Grünen in endlos mühsamen Stunden
auf diese Art das Hüpfen probieren,
sich wie ein Ballettänzer dabei zieren.
Die Mücken hatten ihren Heidenspaß.
Ja, der Feind war beschäftigt, im kühlen Naß.
Und ebenso erging es den Fliegen,
sie konnten vom Zuschaun nicht genug kriegen.
Auf`s Fressen vergaß er, magerte ab.
Kurz vor seinem Tode, es war wirklich knapp,
sagte ich ihm mal gehörig Bescheid,
denn es war erbärmlich, und er tat mir leid.
Ich sprach: "Zeig endlich deine Froschnatur!
Und geht dir was gegen die alte Hutschnur,
dann hoch mit dem Froschkopf, her mit dem Mut!
Herumlamentieren tut niemandem gut.
Schau! Gott gab dir Sechse aus gutem Grund.
Höre auf zu Quaken, und halte den Mund!
Mit mehr Beinen kannst du weiter springen,
und es dadurch zu großen Ehren bringen."
Drum schickte ihn zur Olympiade.
Jetzt ist er eingebildet. Wie schade!

BMD


Meister Müller

Meister Müller hat zwei Ohren,
die sehr lang sind und gefroren,
und gleich, wenn sie aufgetaut,
Meister Müller sich umschaut,
nach `nem Kühlschrank,
wo er dann,
Abgetaute frieren kann.
Warum, werdet Ihr Euch fragen,
will er nur Gefrorne tragen?
Ja, da fragt Ihr mich zuviel,
vielleicht ist es nur sein Stil
oder aber ein Versehn,
auch das kann einmal geschehn.
Oder wurd`er so geboren?
Seht! Weg kamt Ihr ungeschoren!

BMD

Landnachrichten

Bei Regenniesel
sah gestern Liesel
wie so ein Wiesel
fraß `nen Kiesel.

NMD

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Igelslip

"Ach, mit einem kalten Hintern
läßt sich`s nicht gut überwintern!"
jammerte der Igel laut,
und er hat sich umgeschaut.
Ging nach Unterhosen fragen,
für die, die gern Stacheln tragen.
Natürlich sah er keine.
Auf keiner Wäscheleine
gab`s solche löchrigen Teile.
Der Igel motzte `ne Weile,
bis er dieses Teesieb fand,
das besonders gut ihm stand.
Stolz war er auf`s blecherne End`,
weil ja nicht jeder so rumrennt.

BMD

Ungestüm

Herbstblätter
sind dem Wind nicht ausgeliefert.
Nein! Sie warten
auf seinen stürmischen Kuß,
der sie von den Zweigen reißt,
damit sie das Fliegen lernen.

BMD

Herbstillusion

Sie hängen noch an den Bäumen,
doch das Leuchten fehlt ihnen schon.
Sie klammern sich noch an Zweige,
doch er trägt sie sehr bald davon.
Sie harren noch aus und hoffen,
vielleicht hoffen Blätter verträumt,
daß der Herbst einmal nicht käme,
der Wind sie zu holen, versäumt.

Herbstblatt

Sich lösen,
fallen,
sich preisgeben.
Mutig, bunt hinwegschweben.
Sich verändert wahrnehmen.


Herbstliche Schöpfung

Ein Hauch von Abschiedswehmut
liegt über der Natur.
Der Herbst, er raschelt leise,
ganz leise heute nur.
Die Sinne tut`s berühren,
so goldgelbblättersacht.
Gott hat mit seinem Segen
die Welt gar wohl bedacht.


Blattsterben

Wurde vom Herbst erkoren
bin ein gelbes Blatt,
gehe gern verloren,
hab der Reife satt.



Blattgold

Aus einem abendroten Himmel
fielen gleißende Tropfen
in den Herbst der Bäume
und ließen die Blätter 
in Kupfer und Gold erglühen.

BMD

Buß-und Bettag

An einem Buß-und Bettag,
an dem der Himmel so grau ist,
daß man Licht
in den Stuben braucht,
an dem Wind und Regen
die allerletzten Blätter
von den Zweigen peitschen,
an einem solchen Buß-und Bettag
zollt auch ein Atheist
der Schwermut einen Gedanken.

BMD

Lichthunger

Es wird jetzt
so früh Nacht,
zu früh!
Das Licht des Tages
kann ich kaum eratmen,
bevor es mich verläßt.

BMD

Novembergedanken

Die Nebel wollen nicht mehr weichen,
um kahle Äste sie schon streichen.
Fast alle nun am Boden liegen,
Blätter, die sonst im Wind sich wiegen.
So würzig das feuchte Laub jetzt riecht.
Ein Igel sich darin verkriecht.
Den Winter schlafend überdauert,
während der Frost auf Beute lauert.
Als Kind mich Eis und Schnee nicht trafen,
doch heut`würd ich sie gern verschlafen.

BMD

Novemberblues

Die grauen Mauern
sind grauer,
im November.
Die Päckchen sind schwerer als sonst,
zu tragen,
und der November schaut hilflos zu.

BMD

Sonntag, 26. Oktober 2014

Die Krähen schreien

Die Krähen schreien den Winter herbei.
Sie werden ihre Hieroglyphen in den Schnee kratzen
und dazu schadenfroh krächzen.

BMD

Unverändert

Wenn ich die Welt auf den Kopf
stellen könnte,
würd ich`s nicht tun,
denn dann hätten wir
die Schwerkraft
nur grad anders rum.

BMD

Lieben

Geliebt zu werden ist schön,
aber lieben zu dürfen,
schöner
und beides zusammen
am schönsten!


BMD

Samstag, 25. Oktober 2014

Vierhufedieb

Mit mir kann man keine Pferde stehlen,
wohl aber ein Pony klauen.

BMD

Holt`s der Geier?

Der Geier läßt ausrichten,
sein Dachboden und der Keller ,
beide seien schon bummvoll
und er holt`s nicht mehr!

BMD

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Ein Lüftchen

Da lag ein Lüftchen
- fast war`s schon November -
unendlich lau
über den Feldern.
Von nirgendwo war es hergekommen
und roch nach...
Ja, wonach?
Nicht nach Frühling,
nicht nicht mehr nach Herbst
und schon gar nicht nach Sommer
oder etwa Winter,
roch einfach nur,
für ein fast-November-Lüftchen
-enorm ungewöhnlich sanft -

BMD

Windiger Kerl

Durch Gabelzweige im Geäst,
der Wind mit einem Raunen bläst.
Durch die Zacken braust er surrend
oder vielleicht doch gar knurrend?
Nackte Ruten läßt er klagen,
heulend aneinanderschlagen.
Pfeift durch seine Zähne zischend,
sich dabei nur selbst entwischend.
Fährt durch das dunkle Baumskelett,
als ob er was zu sagen hätt.

BMD

Montag, 20. Oktober 2014

Puupsverrat

Fürze sind mir lieb, wenn eigen.
Das läßt sich beweisen, zeigen,
dadurch, daß ich meine mag,
und sie grinsend, leicht ertrag.
Jedoch ist´s von Fremden einer,
er schon wesentlich unreiner,
mieft nur gräßlich in der Nas`,
und das ist bestimmt kein Spaß!
Ja, gar der, der reichen Tante,
heißverehrt ist die Verwandte,
dieser miese Penetrant,
wird als Stinker schnell erkannt.
Derart macht bei einem Schätzchen,
so ein Furz die gleichen Mätzchen,
daß ich ihn nicht lieben kann,
diesen Puups beim schönsten Mann.
Fürze sind mir lieb, wenn eigen.
Das läßt sich beweisen, zeigen,
dadurch, daß ich meine mag
und sie grinsend, leicht ertrag.
Jedoch würd ich`s nicht benennen,
mich zu einem nicht bekennen,
wär ich in der Kirch, beim Amt.
Schließlich bin ich nicht verschlampt!
Lügen tät ich dort verbissen,
wollte da von ihm nichts wissen,
und es wäre mir mein Furz
dann sehr peinlich und auch schnurz!

BMD



Samstag, 18. Oktober 2014

Und schade ist es...

Eine große Liebe
muß man in ein Papierschiffchen setzen,
damit sie sich, pro forma,
noch eine Weile über Wasser halten kann,
bevor sie versinkt.

BMD

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Endspurt

Sieh! Der Herbst ist in vollem Gange,
vom ersten, bis zum letzten Range!
Er machr vor keinem Blatte halt.
Der Wind, er weht schon merklich kalt.
Seelchen haben jetzt den Kummer,
fallen in Dornröschenschlummer.
Stibitzt mal zwischendurch die Sonne,
tanken noch Nasenrücken Wonne,
doch nackt nicht Arm, nicht bloße Wade,
im rostgefärbten Laubgestade.

BMD

Ordnungshüter gegen Herbststimmung

Laßt doch das Laub einmal wüten!
Stopft`s nicht gleich in Abfalltüten!
Laßt die Blätter im Winde fliegen!
Laßt sie noch etwas auf den Wegen liegen!
Ich möchte so gerne rascheln gehn, im Laub.
Ein paar Tage länger, mit Verlaub!

BMD

Montag, 13. Oktober 2014

Wie denn nun?

Normalerweise ist das Herz
eine Seele von Mensch.

BMD

Herznasenfledermaus

Die Herznasenfledermaus
trägt als einziges Wesen
ihr Herz auf dem rechten Fleck,
so möchte man meinen.

BMD

Aus welchem Stoff ist die Liebe?

Sie wird aus puren
Herzfasern
gesponnen.

BMD

Verholzt

Im Wald, da stehn die Bäume,
und die stehen da so rum.
Die einen gerade,
die anderen krumm.
Sie sind dort verwurzelt,
sonst würden sie laufen,
sich am Ende der Welt
ein Grundstück kaufen.

BMD

Ein Nachmittag voll Hoffnung

Heute sah ich den letzten Schmetterling tanzen.
Er war spät dran.
Noch sanfter glitt er dahin als im Sommer.
Er hatte schon etwas von seiner Flatterhaftigkeit eingebüßt,
und die "Schmetterlingsgelenke" waren wohl
von der morgendlichenSpätherbstkühle
auch ein wenig steif.
Suchend schwebte er von einem braunen Blatt zum nächsten,
und grämte sich nicht.
Als er endlich noch eine Blüte fand,
sog er alles auf, was sie ihm bot,
er tat es mit soviel Gefühl,
wie mir schien,
daß es ihm die Fühler aufblähte.

BMD



Mein Seelchen und ich

Zu oft hab ich mein Seelchen
in Freundschaft angeboten.
Es griffen danach viele,
mit garstig rauhen Pfoten.
Sie drückten es und quetschten,
aus ihm den letzten Tropfen
und wollten es gar künstlich
mit fremdem Gut verpfropfen.
Hat alles überstanden,
mein Seelchen, unbeschadet,
und dafür bin ich dankbar,
mir scheint, es ist begnadet.

BMD

Sonntag, 12. Oktober 2014

Seelchenurlaub

Das Seelchen braucht
beglückende Gedankenreisen
und viel Grün vorm inneren Auge,
um gesund zu bleiben.

BMD

Freitag, 10. Oktober 2014

Der ehrliche Brief

Der ehrliche Brief ist ein Brief mit nackten Gedanken,
ist ein Brief mit der Angst um`s Zurückgestoßenwerden,
ist ein Brief mit der Angst vor Liebesentzug,
ein Brief mit der Angst vor möglicher Strafe,
mit der Angst vor Trennung.
Der ehrliche Brief ist aber ein fairer Brief,
fair zum Schreibenden selbst, und er ist ehrlich
dem Leser gegenüber, obwohl der es natürlich
schwer haben kann, in der Ehrlichkeit
keinen Angriff zu sehen.
Der ehrliche Brief beinhaltet: Ich darf.
Darf meine Meinung frei äußern,
alle Gedanken aussprechen, alle Wünsche,
alle Träume ohne Angst haben zu müssen,
auf Minen zu treten.
Der ehrliche Brief hat Flügel.
Er sucht im Leser den Mitflieger,
auch wenn der Flug bedrohlich werden kann.
Der ehrliche Brief wendet sich an einen Freund,
auf den Verlaß ist.
Im ehrlichen Brief gibt es nur Grenzen,
die sich der Schreibende selbst setzt.
Grenzen, die er für sich angenommen hat,
keine starren, fremden, einschränkenden.
Der ehrliche Brief erhofft sich vom Leser
das Verständnis für diese persönliche Grenzsetzung,
auch wenn sie sich von der des Lesenden,
wesentlich unterscheiden mag.
Der ehrliche Brief braucht diese Freiheit,
braucht die uneingeschränkte Erlaubnis zu dürfen,
um ehrlich bleiben zu können.
Der ehrliche Brief braucht einen ehrlichen Leser,
der den ehrlichen Brief bis zum Ende aufnimmt,
sich nicht dem Text entzieht.
Der ehrliche Brief wird von der Feder
des Schreibenden gezeichnet, ist bar jeder Zensur.
Der Inhalt ist Standpunkt und benötigt
keinen Verteidigunsbeweis.
Der ehrliche Brief erwartet vom Leser,
daß er das erkennt.
Der ehrliche Brief hat ein Wesen, ist frei
und nimmt sich das Recht der Worte.
Der ehrliche Brief hofft darauf,
so gelesen zu werden,
daß man ihn ungern vor dem Ende
aus der Hand gibt,
daß er mit großem Interesse
und Faszination, auch für Befremdendes,
als Lektüre die vollste Anerkennung findet.

BMD





BEMERKUNG

ICH MÖCHE ZWISCHENDURCH IMMER MAL ERWÄHNEN,
DASS ICH MEINE RECHTSCHREIBFEHLER VORSÄTZLICH MACHE!
LOL

Donnerstag, 9. Oktober 2014

"Arschkalt"

In Deutschland gibt`s fast nur
eiskalte, öffentliche Toiletten.
Ich rede vom Winter.
Eine Vorliebe für einen warmen Po
zu haben, wird einem dann zum Verhängnis.
Hat man nämlich das Bedürfnis,
es beim Bedürfnis, gemütlich haben zu wollen,
ist das in Deutschland schier unmöglich.
Beim Pieseln stört eine Gänsehaut die wohlige Entspannung,
das ist erwiesen,
und bei der größeren, länger dauernden "Angelegenheit",
behindern Kälte und die Standpositon,
den notwendigen Druck.
Man hockt da also, halb stehend, halb sitzend,
die Klobrille ist angespritzt, das Ganze
darauf  auch noch angefroren,
und so versucht man, gleichzeitig,
Papier zu ergattern.
Die Rolle im riesigen Blechtornister
läßt sich natürlich schwer drehen.
Kurze Papierfetzen, fünf mal hinfassen,
minimum, bis man genug beisammenhat!
Fast kommt man ins Schwitzen.
Wäre das vielleicht der eigentliche Sinn eines
clever durchdachten Plans,
zum Zwecke der Heizungskostenersparnis?
Wer weiß?
Ach, gehen Sie doch mal zu McDonalds,
essen Sie ein Burger und erleben Sie eine Toilette,
bei der Sie ins Schwitzen kommen,
weil so so gut beheizt wird.

BMD


Klarer Kopf

Wirre Gedanken
kann man ins All senden,
damit sie sich dort
"verbröseln".

BMD

Dienstag, 7. Oktober 2014

Trost empfangen

Wenn dich Arme,
liebevoll umschließen,
wärmen sich auch deine Sorgen,
neben einem klopfenden Herzen.

BMD

Montag, 6. Oktober 2014

Postwendend

Saß heute unter Kastanien,
und rundherum machte es "plopp".
Dachte, hoffentlich traut sich keine,
und fällt mir grad noch auf den "Kopp".
Saß heute unter Kastanien,
und es "herbstete" auch in mir,
So wie ich da saß und auch dachte:
Ach, schietegal, ich gönn es ihr!
Soll sie, wenn sie will, jetzt doch fallen,
offiziell sei`s ihr erlaubt,
hat sie mir gleich eine gepfeffert,
auf`s ehrwürdig ergraute Haupt!

BMD

Getragen werden

Ohne den Oktobernebel,
den morgendlichen Herbsttau,
gäbe es die kleinen Wunder nicht:
Glitzernde Perlenschnüre in Gespinsten.
Silbrig-schimmernde Kullertropfen in Laubkuhlen
und moosignaßglänzende Baumstämme
inmitten eines Teppichs aus bunten Herbstblattblüten.
Licht steht hinter der Undurchsichtigkeit eines Gedankens
oder zweier.
Geduld und Vertrauen sind ins Nebelmeer getaucht,
und Hoffnung, ein Schleier aus dunstigen Träumen,
will sich im Netz des Schicksals wiegen.

BMD

Bunte Olle

Weil der Altweibersommer so schön ist,
bin ich gern eines!

BMD

Samstag, 4. Oktober 2014

Himmelstblau

Wenn der Himmel so blau ist wie heute,
sollte man mit Freude,
den ganzen Tag daran denken,
daß er in Grün
oder in jeder anderen Farbe,
total unattraktiv wäre.

BMD

Machoknacker

Manchmal ist die Schale
eines Mannes so hart,
daß es einen Amboß braucht,
um an den weichen Kern zu kommen,
und welche Frau hat den schon im Haus?

BMD

Sei behutsam mit dem Kummer

Sorgen
muß man in Watte packen,
denn sie sind so zerbrechlich,
und dann kann man noch weniger
mit ihnen anfangen.

BMD

Unbezwingbarer Zwang

Verzehrter Held
mit Herz in rostiger Rüstung,
hält fest an verklärter Sehnsucht
nach dem Kampf.
Verbirgt mit all seinem Mut,
die Angst.

BMD

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Herbstfreude

Laß und Laubrascheln gehn,
Traumhaschen gehn,
jauchzen wie Kinder im Herbst.

BMD

Im Herbst könnten...

Im Herbst könnten die Blätter fallen
ohne zu Rascheln.
Der Wind könnte durch die Bäume stieben
ohne viel Rauschen,
doch ohne all das Rascheln,
Knistern, Säuseln und Rauschen,
würde der Herbst uns kaum,
Botschaft vermitteln.


Mittwoch, 1. Oktober 2014

Bitten

Wenn nichts mehr hilft,
dann bitte,
bitte DEN,
der deine Bitten
nicht leid wird,
einen Gott.

BMD

Ruhezeit

Und der Herbst tropft
aus den Bäumen,
sinkt mit jedem müden Blatt,
bunt gefiedert zu mir nieder.
Ruhezeit, sie jährt sich wieder.


Das Fliegenfangen

Das Fliegenfangen lernte sie in einer depressiven Phase.
Sie beobachtete sie, als sie viel lag.
Die Fliegen durften damals alles.
Sie ließ sie.
Sie haben sie bekrabbelt, gekitzelt,
haben sie unendlich überhaupt nicht genervt.
Währenddessen beobachtete sie sie.
Aber nicht aus Neugierde.
Es ergab sich so.
Sie lernte, welche Angewohnheiten
Fliegen haben, wie sie sich verhalten,
bevor sie fangleicht werden.
Ins Staubgeflimmer tauchten sie ein
und unter. Richtig Dicke waren darunter.
Die brummten, und das Brummen gefiel ihr.
Wenn sie gegen die Fensterscheibe stießen,
immer und immer wieder,
ein gedämpfter Aufprall, begleitet vom Brummen,
dann hatte das nichts mit Schmerz zu tun.
Es war vergleichbar,
mit dem Gefühl in ihr.
Sie lag da und ließ die Zeit brummen,
stieß mit ihr an die  Grenze des Bewußtseins,
und daß die Wahrheit hinter der Scheibe lag,
das wußten die Fliegen auch.
Sie lag da und dachte nichts.
So ewig und lange dachte sie nichts,
daß das Nichts Etwas wurde.
Es wuchs zu einer Größe heran,
die beängstigend war,
und außerdem ist ein Nichts
von solchem Ausmaß
nicht legal anerkannt.
Deshalb versteckte sie es vor den anderen.
Aber es wuchs weiter und weiter,
und schließlich verdeckte das Nichts
sie ganz.
Weil die anderen sie nicht mehr fanden,
schrien sie nach ihr.
Doch sie lag da und verstand sie nicht.
Warum konnten sie sie nicht einfach hinter dem Nichts lassen
oder sich durch das Nichts hindurchzwängen,
um zu ihr zu gelangen?
Das Nichts schien für die anderen
enorm gefährlich zu sein.
Sie stocherten darin herum,
und waren ständig damit beschäftigt,
es irgendwie aus dem Wege zu schaffen.
Sie taten das solange,
bis die Fliegen aufhörten, zu brummen
und durch das geöffnete Fenster flogen,
dem Nichts nach, das keuchend mit ihnen entwich.
Und sie lag da und fühlte viel zu sehr.

BMD






Herbstvernebelt

Heute morgen
lieh mir der Herbstnebel
seine feuchtkühle Haut.
In seinem Schleierkleid
stand ich in den Wiesen
und war ihm vertraut.

BMD

Nebelkuß

Ich liebe den Nebel
und seinen feuchten Kuß
auf meinen Wangen,
auf meinem Haar.
Ich liebe den Nebel,
und seine geheimnisvolle
Undurchsichtigkeit.
Ich liebe den Nebel,
der mir dunstig und trübe,
paradoxerweise,
soviel Klarheit beschert.

BMD

Herbstmorgen

Als wollten sie
den Frieden dieses nebligen Morgens
nicht stören -
ohne großes Geplätscher,
schwammen die Enten
über den Teich.
Und die Herbstblätter,
die von den Bäumen
ins Wasser fielen,
trafen die Oberfläche
und durchdrangen die Stille.

BMD